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Wenn Farbe mehr ist als ein Code
Während des Planungs- und Bauprozesses stellt sich die Frage nach dem exakten Farbton fast immer früher oder später. Besonders dann, wenn verschiedene Bauelemente, Materialien oder Gewerke zu einem nahtlosen Gesamtbild zusammengeführt werden sollen. Der Wunsch nach einem klar definierten Farbcode wie RAL, NCS usw. ist daher vollkommen nachvollziehbar.
Für unsere Profile und Sandwichpaneele stößt dieser Ansatz jedoch teilweise an seine Grenzen. Und das liegt nicht an fehlenden Informationen, sondern an der Natur der Beschichtung selbst.

Nicht jede Farbe hat einen Code
Einige unserer Farbtöne verfügen über keinen RAL- oder NCS-Farbcode. Ebenso wichtig: Ein solcher Code kann auch nachträglich nicht festgelegt oder „ermittelt“ werden.
RAL- und NCS-Codes werden innerhalb klar definierter Farbsysteme entwickelt. Unsere Farben hingegen werden unabhängig entwickelt und sind nicht Teil dieser standardisierten Farbbereiche. Für einige Farben gibt es daher keinen offiziellen Referenzwert und auch keine Möglichkeit, diesen verbindlich zuzuordnen.
Ein vermeintlich „ähnlicher“ Code wäre immer nur eine Annäherung — niemals eine verlässliche Übereinstimmung.
Coil-Coating folgt anderen Regeln
Unsere Produkte werden im Coil-Coating-Verfahren beschichtet. Diese Beschichtungstechnik unterscheidet sich grundlegend von der Pulverbeschichtung. Es handelt sich um unterschiedliche Verfahren mit verschiedenen Lackstrukturen, Pigmentierungen und Oberflächeneigenschaften.
Ein direkter Farbvergleich über Codes ist daher technisch nicht immer möglich, selbst wenn der visuelle Eindruck auf den ersten Blick ähnlich erscheint.

Metallic-Farben sind dynamisch
Viele unserer Farbtöne, zum Beispiel Colorcoat SDP 50 Paris oder Sydney, enthalten einen Metallic-Effekt. Dieser verleiht der Oberfläche Tiefe und Lebendigkeit. Gleichzeitig bedeutet dies, dass die Farbe je nach Lichtverhältnissen, Betrachtungswinkel und Umgebung unterschiedlich wahrgenommen wird. Das macht diese Oberflächen besonders attraktiv — erschwert jedoch auch eine exakte Einordnung innerhalb klassischer Farbsysteme.
Systeme wie RAL oder NCS basieren größtenteils auf Volltonfarben ohne Metallic-Anteil. Sobald Reflexion, Glanzgrad und Pigmentstruktur eine Rolle spielen, verliert ein fester Farbcode an Aussagekraft. RAL 9006 und RAL 9007 existieren zwar, können jedoch von der Realität abweichen und dienen lediglich als Orientierung.
Die einzige verlässliche Referenz ist ein Muster
In der Praxis hat sich ein anderer Ansatz bewährt. Ein echtes Farbmuster oder Musterpaneel zeigt den Farbton genau so, wie er am Gebäude erscheinen wird. Dabei werden Material, Beschichtung und Lichtverhältnisse gleichzeitig berücksichtigt und es ist daher immer aussagekräftiger als ein (Bildschirm-)Display, eine gedruckte Broschüre oder eine BIM-/3D- bzw. andere Visualisierung. Soll ein Farbton innerhalb eines Projekts verwendet werden, empfehlen wir, dieses Muster als verbindliche Referenz zu nutzen und den gewünschten Farbton darauf abzustimmen. Nur so kann eine visuelle Konsistenz zwischen verschiedenen Bauelementen gewährleistet werden.

Klarheit statt Scheinsicherheit
Unser Ziel ist es, Klarheit zu schaffen. Ein Farbcode, der lediglich eine Annäherung darstellt, bietet im Planungsprozess nur einen begrenzten Mehrwert. Gerade bei Metallic-Oberflächen ersetzt nichts den Vergleich im realen Umfeld.
Gerne stellen wir Farbmuster und Musterpaneele zur Verfügung und unterstützen den Abstimmungsprozess. Denn letztlich zählt nicht der Code auf dem Papier, sondern der Farbeindruck am fertiggestellten Gebäude