viel gestellte Fragen über EPD‘s

Fragen und Antworten

Was ist eine EPD?
Eine EPD ist eine standardisierte Methode zur Bestimmung der Umweltauswirkungen eines Produkts oder eines Systems. Sie zeigt die Auswirkungen auf unsere Umwelt, die mit der Beschaffung, Produktion und Lieferung eines Produkts verbunden sind. Außerdem erfasst sie alle Szenarien dafür, was mit Bauprodukten passiert, wenn ein Gebäude am Ende seiner Lebensdauer steht.

Welchen Nutzen bringt eine EPD dem Kunden?
EPDs haben viele Vorteile und es gibt zahlreiche Gründe dafür, sie zu verwenden. Hier einige davon:

  • EPDs sind nützlich bei der Lieferantenqualifizierung (z.B. Nachweis einer verantwortungsvollen Lieferkette).
  • EPDs helfen Bauherren oder Eigentümern von Gebäuden, Punkte im Rahmen von Gebäudezertifizierungssystemen wie BREEAM und LEED zu sammeln.
  • EPDs können dazu beitragen, wertvolle Informationen für Infrastrukturprojekte bereitzustellen, die in der Planungsphase eine Umweltprüfung erfordern (z.B. in Großbritannien nach dem Town and Planning Act 2017) [1].

Oft benötigen Kunden EPDs, weil ihre Kunden wiederum danach fragen und es Mindestanforderungen für die Berichterstattung innerhalb ihrer ausgewählten Lieferketten gibt.

Gibt es verschiedene Arten von EPDs?
Ja, gibt es. Einige EPDs können allgemein sein und mehrere Lieferketten für ein bestimmtes Produkt umfassen. Ein Beispiel hierfür ist ein Branchenverband, der für seine Mitglieder eine Branchen-EPD sponsert – dies würde die Erhebung von Daten von jedem seiner Mitglieder und die Erstellung einer EPD, die einen Durchschnitt dieser Daten darstellt, beinhalten. SAB verfügt über PPA / EPAQ-EPDs für die Produktgruppe Sandwichpaneele und Profilbleche.

Darüber hinaus gibt es produktspezifische Umweltproduktdeklarationen, wie die von SAB / Tata Steel. Produktspezifische EPDs werden aufgrund ihrer erhöhten Genauigkeit und Spezifität tendenziell von Gebäudezertifizierungssystemen wie BREEAM oder LEED und von Kunden mehr geschätzt. Beispielsweise könnten allgemeine EPDs 0,25 Punkte bei der LEED-Zertifizierung bringen, während spezifische EPDs einen vollen Punkt erzielen können. In BREEAM würde die entsprechende Punktzahl 0,5 Punkte bis 1,5 Punkte betragen.

Um bei der Gebäudezertifizierung mit EPDs Pluspunkte zu sammeln, müssen diese gemäß EN 15804 extern verifiziert worden sein. Das bedeutet, dass ein unabhängiger qualifizierter Dritter die Umweltproduktdeklarationen überprüft und bestätigt. Einige EPDs werden erstellt, durchlaufen aber nicht die Verifizierung durch Dritte und erreichen in Gebäudezertifizierungssystemen so weniger Punkte.

EPDs von SAB / Tata Steel sind extern von Dritten verifiziert.

Warum produziert SAB / Tata Steel EPDs?
Zentrale Werte von Tata Steel sind „Verantwortung“ und „Integrität“, sie bestimmen unser Verhalten und unsere Ziele. Wir streben danach, führend im Bereich der Nachhaltigkeit im Bausektor zu sein. EPDs helfen uns dabei. Sie liefern wertvolle Daten und schaffen Transparenz. Auch unsere Zertifizierung für verantwortungsvolle Beschaffung (Responsible Sourcing Certification BES 6001 [2]) verdeutlicht dieses Engagement.

Aufgrund unserer Kompetenz bei der Erstellung von Ökobilanzen sind wir der weltweit erste Stahlhersteller, der ein Programm für Umweltproduktdeklarationen betreibt. Das EPD-Programm von Tata Steel erfüllt zudem alle relevanten ISO-Normen.

Welche EPD-Normen gibt es und erfüllen die EPDs von SAB / Tata Steel diese Normen?
Einige relevante Normen für EPDs sind:

  • ISO 14040 und ISO 14044 Ökobilanz
  • ISO 14025 Typ III Umweltdeklarationen
  • EN 15804 und ISO 21930 Nachhaltigkeit von Bauwerken

Die EPDs von SAB/ Tata Steel erfüllen diese Normen.

Wie werden EPDs erstellt?
EPDs basieren auf Ökobilanzen (Englisch: Life Cycle Assessments oder kurz LCA) eines Produkts oder Systems. Sie analysieren die Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus – von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und den Transport bis hin zur „Nutzungs-“ und End-of-Life-Phase. Manchmal sind EPDs nicht in der Lage, die Auswirkungen der „Nutzungsphase“ im Lebenszyklus eines Produkts zu erfassen, wenn die Nutzung des Produkts sehr variiert.

Eine Ökobilanz dient als Grundlage für die Erstellung einer EPD. Sie wird anhand von Angaben erstellt, die sich auf die Herstellung eines Produkts beziehen, wie z.B. die verwendeten Ressourcen sowie die erzeugten Abfälle und Emissionen. Diese Angaben werden durch Daten ergänzt, die mit dem Transport des Produkts und der Entsorgung am Ende seiner Lebensdauer verbunden sind (z. B. Wiederverwendung, Recycling oder Entsorgung [3]).

Als Quellen dienen unter anderem die Daten der eigenen Produktionsstätten von Tata Steel. Darin werden Ressourcenverbrauch, Abfälle und Emissionen detailliert aufgeführt. Sollten spezifische Lebenszyklusdaten der Materialien, die wir importieren – beispielsweise Verpackungsmaterialen – nicht verfügbar sein, können (unter Einhaltung der entsprechenden Normen) generische Daten der Software für Ökobilanzen genutzt werden.

Welche Art von Informationen sind in EPDs enthalten?
Wenn Umweltproduktdeklarationen den ISO-Normen entsprechen, enthalten sie ein vorgeschriebenes Mindestmaß an Daten und Informationen. Sie variieren im Format, bestehen in der Regel aber aus:

  • Einer Beschreibung des Produkts
  • Technischen Daten und Produktspezifikationen
  • Einer Fertigungsbeschreibung
  • Der LCA-Methodik
  • Den Ergebnissen der Ökobilanz, einschließlich einer Interpretation dieser Ergebnisse
  • Auswirkungsdaten (Kohlenstoffemissionen, Wassernutzung, etc.)

Wie oft werden EPDs überprüft und ersetzt?
In der Regel sind EPDs für einen Zeitraum von fünf Jahren ab der Erstellung gültig. Sollte es jedoch zu einer Änderung kommen, die sich auf die Ergebnisse der EPD auswirkt, muss eine Überarbeitung vorgenommen werden. Im Rahmen des Tata Steel EPD-Programms und in Übereinstimmung mit den einschlägigen Normen wird ein Verfahren erwogen, in dem (jährlich) Produktions- oder Lieferänderungen und deren Auswirkungen auf das Ergebnis der EPD geprüft werden. Werden die Auswirkungen als

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren lokalen Ansprechpartner bei SAB-profil oder senden Sie eine E-Mail an unseren Nachhaltigkeitsmanager Tata Steel Konstruktion: barry.rust@tatasteeleurope.com

 [1] Die britischen Rechtsvorschriften, die die Anforderungen an die Vorabbewertung (Planung) der Umweltauswirkungen erhöhen.

[2]Tata Steel verfügt über das breiteste Portfolio an Produkten, das gemäß der britischen Umweltspezifikation BES 6001 (Building Research Establishment British Environmental Spezifikation) als verantwortungsbewusst beschafft zertifiziert sind.

[3] Beachten Sie, dass bei Stahl, im Gegensatz zu vielen anderen Materialien, die Auswirkungen am Ende der Lebensdauer positiv sind, da Stahl aufgrund seiner Haltbarkeit, Flexibilität und des Wertes von Stahlschrott typischerweise wiederverwendet oder recycelt wird.