Zirkuläre Ökonomie ist die Zukunft

Immer populärer wird zirkuläres Bauen, wobei ein Gebäude aus Material erstellt wird, das später bei einem eventuellen Abriss wieder verwendet bzw. recycelt werden kann. SAB Profile sind ausgezeichnet geeignet für den Einsatz bei dieser Planungsphilosophie. Bauke Bonnema, Marketing Manager Construction & Infrastructure bei Tata Steel, erläutert diese Entwicklungen anhand eines vor Kurzem durchgeführten Bauprojekts, das für Tata Steel mit dem Steelie Award der World Steel Association ausgezeichnet wurde: ein Cradle to Cradle-Vertriebszentrum in der Nähe von Schiphol.

Die Zunahme der Bevölkerung und des Wohlstands führt zu einem enormen Druck bei der Verwendung von Rohstoffen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit zum Übergang von einer sogenannten linearen Ökonomie (herstellen, nutzen, wegwerfen) zu einer zirkulären Ökonomie, wobei die Werte und Eigenschaften der Rohstoffe am Ende der Lebensdauer von Produkten und Bauwerken erhalten bleiben. Für Europa, das zu einem großen Teil vom Rohstoffimport abhängig ist, ist dies ein politisches Hauptanliegen, wobei der Fokus auf der Bauindustrie liegt. In diesem Bereich wird ja immer vom hohen Materialeinsatz gesprochen. Bauke Bonnema: “Stahl passt perfekt zum zirkulären Bauen, Stahl ist nicht nur das einzige Baumaterial, das bereits in großem Maße wieder verwendet wird, sondern wichtiger ist noch, dass Stahl beim Recyceln seine Materialeigenschaften beibehält bzw. diese sogar noch verbessert werden können. Das nennt man Upcycling. Nachhaltige Materialien werden downgecycelt, zum Beispiel zu Schotter oder verbrannt oder zu Leitpfosten verarbeitet. Dabei handelt es sich also nicht um zirkuläre Materialien.“

Der Tata Steel Marketingmanager ist an den Überlegungen bei Projekten beteiligt, bei denen zirkuläres Bauen in die Praxis umgesetzt wird. So war er auch bei der Entwicklung und dem Bau eines Cradle to Cradle-Vertriebszentrums in der Nähe von Schiphol gemeinsam mit Coert Zachariasse, dem CEO der Delta Development Group (DDG), eingebunden. Als die Entwickler von Park 2020 ein neues Vertriebszentrum bei Schiphol errichten wollten, basiert auf zirkuläres Bauen, war Stahl die logische Wahl.

Bauke Bonnema: “Wir empfanden es als eine große Chance zur Zusammenarbeit mit Zachariasse, der von der Zeitung Fortune in die Liste der 25 Top Eco-Innovators weltweit gewählt wurde.“

Das Ergebnis ist ein Cradle to Cradle-Vertriebszentrum, das vollständig demontierbar ist. Alle Bauteile sind mit Schrauben verbunden und die Fußböden sind losgelöst von der Tragkonstruktion. Darüber hinaus wurden die Modulmaße so gewählt, dass eine größtmögliche Wiederverwendung von Säulen und Trägern möglich ist. Abschließend wurden alle Materialdaten in einem sogenannten Material-Gebäudepass gespeichert, sodass zukünftig mithilfe der Informationstechnologie, diese Information zur Verfügung steht.

Cradle to Cradle-Vertriebszentrum

Mit Niedrigtemperaturheizung, hochfrequenter Beleuchtung, kontrollierter Lüftung und Kühlung, Truck-Court mit CO2-Reinigung, gesunde Einrichtungsmaterialien und eine Dachkonstruktion aus Stahl, die insgesamt bis auf die ursprünglichen Bauteile wiederverwendbar ist, machen Fokker 7/8 zu einem echten Cradle to Cradle-Logistik-Vertriebszentrum.

Der hohe zukünftige Restwert führt nicht allein zu niedrigeren Abschreibungskosten, sondern auch dazu, dass in einem nachhaltigen Gebäude die Personalkosten aufgrund höherer Produktivität niedriger sind. Bauke Bonnema: “Eine wunderbare Visitenkarte, bei der das Material von Tata Steel nicht fehlt. SAB-profiel aus IJsselstein lieferte die Innen- und die Giebelverkleidung.

Als Kassette wurde SAB B 110/600 gewählt, der Giebel ist verkleidet mit anthrazitgrauen (RAL 7016) Trapezblechen SAB 35/1035 und tiefschwarzen (RAL 9005) SAB 40/915. Montiert wurde das Material von De Rooij-Snoeren-Combinatie B.V. aus Raamsdonkveer (NL).

Das Projekt wurde im Oktober 2015 mit dem Steel Award von der World Steel Association in der Kategorie 'Excellence in Life Cycle Assessment‘ ausgezeichnet. Der Preis ging an Tata Steel Europe für die Verwendung von LCA, um aufzuzeigen, welche Auswirkung die Wiederverwendung von Stahl beim Fokker 7/8 Vertriebszentrum hat.

Fokker Logistics gebouw 7/8

Fokker Logistics geboue 7/8